Gewährung von Ehrengräbern; - Grabstätte der Familie Franz Matthäus Haus - Grabstätte des Herrn Stadtbaurates Johann Stefan Nein und Herrn Max Karl Nein


Daten angezeigt aus Sitzung:  8. Sitzung des Stadtrates (Plenum), 02.07.2018

Beratungsreihenfolge
Gremium Sitzung Sitzungsdatum ö / nö Beratungstyp TOP-Nr.SP-Nr.
Stadtrat (Plenum) 8. Sitzung des Stadtrates (Plenum) 02.07.2018 ö Beschließend 8pl/8/8/18

.Begründung / Sachverhalt zum Zeitpunkt der Sitzungseinladung.

Der Verwaltung liegen zwei Anträge auf Gewährung eines Ehrengrabes vor.

Grabstätte der Familie Franz Matthäus Haus
Das Nutzungsrecht an der Grabstätte wird von der Familie nicht mehr verlängert. Die Familie bittet die Stadt um Übernahme der Grabstätte, da folgende Personen von Bedeutung dort beigesetzt sind:

Franz Matthäus Haus 1839-1929
Ehrenpräfekt der Marianischen Männersodalität Aschaffenburg
Inhaber des Verdienstkreuzes pro ecclesia et pontifice
Mitbegründer des „Lesevereins für Katholiken“
Mitglied der Zentrumspartei im Magistrat
Tätigkeit im Johanniszweigverein

Margarete Lipp, geb. Haus (Enkelin) 1903-1982
Stadträtin

Hans Lipp (Ehemann der Enkelin) 1893-1968
Oberstudiendirektor am Kronberg Gymnasium 1926-1945
Schulleiter 1946-1958

Herr Dr. Spies, ehemaliger Leiter des Stadt- und Stiftsarchives, befürwortet die Übernahme des Grabes aufgrund der stadtgeschichtlichen Bedeutung von Herrn Matthäus Haus.
Aus kunstgeschichtlichen Gründen ist die Grabstätte laut Stellungnahme der Denkmalbehörde nicht erhaltenswert.

Grabstätte der Familie Johann Stefan Nein
Auch in diesem Fall erklärten die Nutzungsberechtigten, die Grabstätte aufgeben zu wollen.
Folgende Personen wurden dort bestattet:

Johann Stefan Nein 1844-1902
Als Stadtbaurat der Stadt Aschaffenburg war Stefan Nein eine führende Person der Stadt. Unter seiner Leitung wurden Gebäude errichtet die das Stadtbild prägten, wie zum Beispiel der Bau der alten Sandstein-Mainbrücke, der Luitpoldschule in der Stadtmitte (während des 2ten Weltkrieges zerstört), und anderer Gebäude.

Max Karl Nein (Sohn) 1889-1968
Max Nein war ein anerkannter Künstler der Stadt Aschaffenburg. Er absolvierte die Kassler Kunstakademie unter Professor Kolitz. Später war er Studienrat an der Berufsschule in Aschaffenburg.

Er war Vorstand der Aschaffenburger Künstlergruppe „Spessart“, mit deren Mitgliedern wie Otto Gentil, Freihfrau Maria von Fragstein, Karl Vollmer und anderen das künstlerische Ansehen der Stadt in ganz Franken bekannt wurde.

Max Nein kopierte das Original Grünewald Meisterwerk „Beweinung Christie“ in der Stiftskirche. Es ist die einzige existierende Kopie dieses Kunstwerks, die im Druck von Illustrationen städtischer Kunstschätze verwendet wurde.

1939 organisierte Max Nein die erste große Kunstausstellung in Aschaffenburg, die von der Kreisregierung in Würzburg eröffnet wurde und besondere Anerkennung erhielt.

1943/44, als der Krieg bedeutende Verluste für Aschaffenburg androhte, wurde Max Nein, wegen seiner Kenntnisse der Aschaffenburger Kunstschätze, vom damaligen Oberbürgermeister beauftragt, die Kunstwerke des Heimatmuseums und anderer Aschaffenburger Lokalitäten zu katalogisieren und in verschiedene Spessartdörfer zu evakuieren, von wo sie nach dem Krieg unversehrt zurückgeführt wurden.

Nach dem Krieg war Max Nein mit der Restaurierung vieler städtischer Kunstwerke und der Wiederinstantsetzung des Heimatmuseums beschäftigt.
In 1963 wurde er zum Ehrenmitglied des Aschaffenburger Kunst- und Geschichtsvereins ernannt.

Seine Grabstätte wurde 1902 erbaut und ist von der Denkmalbehörde als „aus kunstgeschichtlichen Gründen bemerkenswert“ eingestuft worden. Eine dauerhafte Erhaltung wird unterstützt.

Seitens des Stadt- und Stiftsarchivs wird die Umwandlung in ein Ehrengrab aufgrund der stadt- und kulturgeschichtlichen Bedeutung der beiden Verstorbenen uneingeschränkt befürwortet.


Der Friedhofsbeirat hat sich mit den vorgelegten Anträgen befasst und empfiehlt in beiden Fällen die Ausweisung als Ehrengrab. Die Verwaltung schließt sich der Auffassung an.

.Beschluss:

I.
1. Dem Antrag auf Erhalt der Grabstätte der Familie Franz Matthäus Haus als Ehrengrab wird zugestimmt.

2. Dem Antrag auf Gewährung eines Ehrengrabes für die Grabstätte des Herrn Stadtbaurates Johann Stefan Nein und Max Karl Nein wird zugestimmt.

II. Angaben zu den Kosten:                                

Durch den Vollzug dieses Beschlusses entstehen Kosten:
ja [ x ]
nein [   ]

Sofern Kosten entstehen:


Die Kosten sind im laufenden Haushaltsplan veranschlagt
ja [ x ]
nein [   ]
Es entstehen Folgekosten
ja [ x ]
nein [   ]
Häufigkeit der Folgekosten
einmalig
[  ]
wiederkehrend
[ x ]

Abstimmungsergebnis:
Dafür: 36, Dagegen: 0

Datenstand vom 20.11.2018 14:35 Uhr