Bericht über Projekte im Bereich Integration


Daten angezeigt aus Sitzung:  1. Sitzung des Bildungssenates, 28.01.2025

Beratungsreihenfolge
Gremium Sitzung Sitzungsdatum ö / nö Beratungstyp TOP-Nr.SP-Nr.
Bildungssenat 1. Sitzung des Bildungssenates 28.01.2025 ö Beschließend 3

.Beschlussvorschlag

I. Der Bericht der Verwaltung über Projekte im Bereich Integration wird zur Kenntnis genommen.

II. Angaben zur Klimawirkung:
Bewertung - jeweils Mehrung oder Minderung der Treibhausgase (THG)
wenig klimarelevant
teilweise klimarelevant
sehr klimarelevant
[ x ]  keine weiteren Angaben erforderlich
[  ]  kurze Erläuterung in den Begründungen
[  ]  ausführliche Erläuterung 
in den Begründungen 
Bewertungsschema nach KÖP (Klimaschutzmanagement in öffentlichen Projekten)
(Nationale Klimaschutz-Initiative  -  Klimabündnis / ifeu-Heidelberg / BMU)

III. Angaben zu den Kosten:
Durch den Vollzug dieses Beschlusses entstehen Kosten:
ja [  ]
nein [ x ]

.Begründung / Sachverhalt zum Zeitpunkt der Sitzungseinladung.

Aktuell leben in Aschaffenburg 415 Asylbewerberinnen und Asylbewerber im laufenden Verfahren. 
Weiterhin leben in Aschaffenburg (Stand 31.12.24):

  • ca. 50 Geduldete 
  • 1144 Ukrainerinnen und Ukrainer
  • 550 Schutzberechtigte sowie Bleibeberechtigte (Flüchtlingsschutz oder Personen, die subsidiären Schutz erhalten oder aufgrund eines Abschiebungsverbots in Deutschland bleiben dürfen)
  • 35 laufende Fälle (größtenteils Familien) in Privatwohnungen
  • Sowie 33 weitere Personen, die ein Bleiberecht nach dem Chancen-Aufenthaltsrecht nach § 104c AufenthG haben 

  1. Integrationszentrum

Ein großer Meilenstein im Jahre 2024 war die Neustrukturierung des Integrationsbereichs der Stadt Aschaffenburg. Durch Bündelung wichtiger Institutionen der Bildung und Integration im neu geschaffenen Integrationszentrum in der Auhofstr. 9, kommt es zu stärkeren Synergien. 
Die Sprach- und Kulturvermittelnden (SKV) sowie die hauptamtlichen Integrationslotsinnen und Integrationslotsen arbeiten fortan eng in einem Gebäude mit der VHS zusammen. 
Die Integrationslotsinnen und Integrationslotsen suchen und koordinieren in Zusammenarbeit mit der städtischen Ehrenamtsagentur Aschaffenburg Aktiv! Ehrenamtliche, die Projekte im Stadtgebiet umsetzen. Die VHS bietet im Integrationszentrum zertifizierte Sprach - und Integrationskurse an.

  1. Arbeitsgelegenheiten

Arbeitsgelegenheiten nach § 5 Asylbewerberleistungsgesetz bieten Asylbewerberinnen und -bewerbern (im laufenden Asylverfahren) sowie Geduldeten die Möglichkeit, einer sinnstiftenden und tagesstrukturierenden Tätigkeit nachzugehen. Die Arbeitsgelegenheiten werden als gute Möglichkeit gesehen, um Menschen zu integrieren. Allerdings ist der Aufwand nicht personell hinterlegt. Für eine erfolgreiche Durchführung ist ein passendes „Matching“ sowie eine Begleitung als Ansprechperson für die Institutionen und die Geflüchteten erforderlich. Auch bei der Akquise der Einsatzmöglichkeit fällt erhöhter Personalaufwand an. Die Kosten in Höhe von 0,80 Euro pro Stunde werden vom Amt für soziale Leistungen nach Auszahlung an die Geflüchteten mit der Regierung Unterfranken abgerechnet.
In der Gemeinschaftsunterkunft üben zum derzeitigen Stand 40 Personen eine Arbeitsgelegenheit aus, Tendenz steigend. Die Personen werden in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt. Diese reichen von Gartenarbeit bis hin zu leichten Bürotätigkeiten. Von den Bewohnerinnen und Bewohnern der dezentralen Unterkünfte üben zum derzeitigen Stand 6 Personen eine Arbeitsgelegenheit aus, diese laufen aktuell stark an. Zum jetzigen Zeitpunkt können voraussichtlich 20 weitere Personen erfolgreich vermittelt werden. Aktuell unterstützt hiervon eine Person die Stadtbau GmbH, zwei Personen die Stadtwerke Aschaffenburg sowie eine Person die Schlösserverwaltung und zwei Personen das Landgericht Aschaffenburg. Für die weiteren Personen laufen aktuell Anfragen, u.a. beim Staatlichen Bauamt, dem städtischen Schulverwaltungsamt, der Linde MH Arena sowie dem städtischen Tiefbauamt.

  1. Laufende und geplante Projekte der Integrationslotsinnen und Integrationslotsen

Nachfolgende Projekte aus dem Bereich Integration wurden im laufenden Jahr neu initiiert bzw. aus bestehenden Projekten fortgeführt.

Projekt „Alltagspaten“
Alltagspatinnen und Alltagspaten sind ehrenamtliche Personen, die ergänzend zum Angebot der Fachkräfte, Sprechstunden anbieten, in denen sie zu Themen wie Orientierung in Deutschland, Freizeitgestaltung, medizinische Versorgung, Spracherwerb und Entwicklung einer beruflichen Perspektive beraten, allgemein unterstützen und in bestehende Netzwerkangebote vermitteln.
Aktuell sind rund 20 Alltagspatinnen und Alltagspaten als Beraterinnen und Berater im Projekt aktiv.
Einmal wöchentlich findet mittwochs von 09 bis 12 Uhr, zentral gelegen im Aktivbüro in der Pfaffengasse, eine feste Sprechstunde statt, an welche sich alle Menschen wenden können.
Das Projekt der Alltagspatinnen und Alltagspaten ist ein fester Bestandteil der Ehrenamtslandschaft. Für 2025 ist die Ausweitung des Projektes auf die Gemeinschaftsunterkunft geplant. 

„Café Kabul“ und „Café Kiew“
Die Sprach- und Begegnungscafés „Café Kabul“ und „Café Kiew“ werden in Kooperation mit dem MiZ e.V fortgeführt. Sie werden bilingual und sehr niedrigschwellig mit Kinderbeaufsichtigung angeboten. Neben lebenspraktischen Übungen zum Spracherwerb, werden integrationsrelevante Themen (z. B. interkulturelles Verständnis, Bildungssystem, Familienplanung etc.) erarbeitet. Beide Angebote erfahren regen Zulauf.

„Miteinander Leben – Ehrenamt verbindet“
Gemeinsam mit weiteren Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern (GESTA e.V., MiZ e.V., Wir für Aschaffenburg e.V.) wird auch in diesem Jahr das von der lagfa geförderte Programm „Miteinander Leben – Ehrenamt verbindet“ weitergeführt. In enger Zusammenarbeit werden im Rahmen des Projektes u. a. Sprachkurse, Lernförderung, Begegnungscafés, Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen (z. B. Lange Nacht der Demokratie, Fest der Vielfalt) durchgeführt.

„Sprache schafft Chancen: Brücken in den Arbeitsmarkt“
Im Rahmen des Förderprogramms „Sprache schafft Chancen: Ehrenamt verbindet“ der lagfa konnte zusammen mit GESTA e.V. das Projekt „Nähen auf Deutsch“ weiter etabliert werden. Das Angebot findet als mehrteiliger Kurs über ein Jahr hinweg einmal pro Woche statt. Unter Anleitung von GESTA e.V. kann gemeinsam in einer Gruppe das Nähen erlernt werden. Die Teilnehmenden erlernen handwerklichen Fähigkeiten, knüpfen neue Kontakte und üben im Rahmen der Zusammenkunft niedrigschwellig die deutsche Sprache. Nach erfolgreicher Teilnahme wird ein Zertifikat ausgestellt.

„Alphacafés“
Ehrenamtliche unterrichten Geflüchtete, die bis dato über keine Sprachkenntnisse verfügen, aber auf der Warteliste für einen offiziellen Integrationskurs stehen und warten. Es gibt unterschiedliche Gründe warum Menschen keinen Deutsch- oder Integrationskurs besuchen können, beispielsweise lange Wartelisten der Kurse oder fehlende Kinderbetreuung. 
Die Cafés finden einmal wöchentlich an drei unterschiedlichen Standorten statt, zum einen im städtischen Integrationszentrum, zum anderen in der Gemeinschaftsunterkunft sowie in der dezentralen Unterkunft Dessauerstr.12 und bieten somit Ehrenamtlichen die Möglichkeit, Geflüchteten niedrigschwellig und unkompliziert erste Deutschkenntnisse in Sprache und Schrift zu vermitteln. 

„Austauschtreffen und Schulungen für Ehrenamtliche“
Regelmäßig (ca. 1x monatlich) werden sowohl Austauschtreffen als auch Schulungen zu verschiedenen Themenbereichen für alle Ehrenamtlichen angeboten. So gibt es hier Fachvorträge mit externen Referentinnen und Referenten, z. B. Umgang mit Traumata oder Informationen aus verschiedenen Institutionen, wie bspw. Jobcenter, KoKi etc.
Eingeladen sind alle ehrenamtlich Engagierten sowie die Kooperations- und Netzwerkpartnerinnen und Netzwerkpartner. 

Schwerpunkt Gemeinschaftsunterkunft „Schweinfurter Str. 2 

„Sprachkurse an der Gemeinschaftsunterkunft“
Die VHS bietet Sprachkurse an der GU an. Angeboten werden ein Alphabetisierungskurs sowie ein allgemeiner Deutschkurs. Die Zielgruppe umfasst hier insbesondere Asylbewerberinnen und Asylbewerber, die nicht die Voraussetzungen zur Teilnahme an einem Integrationskurs besitzen. Die Kurse finden wöchentlich an zwei Nachmittagen zu je 90 Minuten statt und sind mit jeweils ca. 15 Teilnehmenden ausgebucht.

„Männercafé“
Das Männercafé ist ein fester Bestandteil in der Gemeinschaftsunterkunft und wurde Oktober 2024 in ein neues Konzept eingebettet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Aschaffenburg und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas arbeiten hier eng vor Ort zusammen. Ziel ist in erster Linie der soziale Austausch geflüchteter Männer aus dem arabischen Raum in gemütlicher Runde bei Kaffee, Tee und Kuchen sowie die Vermittlung kultureller Aspekte. Es sind wechselnde Fachvorträge durch externe Referentinnen und Referenten, wie z. B. Jobcenter, Migrationsberatungsstellen, Polizei etc. geplant.
Weiterhin sollen die Teilnehmenden mittels gemeinsamer Ausflüge die Stadt Aschaffenburg (näher) kennenlernen.

„Verkehrsschule als Integrationshelferin“
Im Rahmen einer gemeinsamen Aktion von Stadt und Polizei Aschaffenburg in Kooperation mit den städtischen Integrationslotsinnen und Integrationslotsen sowie der Caritas wurden Teilnehmerinnen und zugleich Bewohnerinnen der GU Verkehrsregeln vermittelt- und das ganz praktisch auf dem Fahrrad. Die Fahrräder und Helme hierzu werden durch GESTA e.V. zur Verfügung gestellt. Diese Aktion soll in ähnlicher Art auch künftig als Projekt fortgeführt werden. 
„Gartenprojekt (Hochbeete)“
Ehrenamtlichen des „Freitagscafés“ starteten das Projekt „GU-Garten: Hochbeete selber bauen“. Gebaut wurden 3 Hochbeeten auf dem Gelände der Schweinfurter Str. 2. Neben der Errichtung, erfolgt auch die Pflege durch Geflüchtete. Das Projekt wird fortlaufend von Ehrenamtlichen betreut. Die Instandhaltung ist in diesem Jahr ebenfalls geplant. 


Aktuelle Projekte des Integrationsmanagements


  • Unterstützung von Migrantenvereinen hinsichtlich Drittmittelanwerbung
  • SKV-Sprechstunde mit nach wie vor nicht abklingender Nachfrage 
  • Vorbereitung und Planung der Bildungs- und Integrationskonferenz, des städtischen Zeltes für das Fest für Vielfalt (Kooperation mit Stadt- und Stiftsarchiv/Digitalladen) und Zeit für Vielfalt. 
  • Ämterübergreifende Vernetzung mit dem Aktivbüro und Bildungsbüro

Datenstand vom 17.01.2025 10:37 Uhr